Donnerstag, 3. November 2016

60 Jahre Fernsehwerbung

Der erste Werbespot im deutschen Fernsehen wurde am 3. November 1956 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt: Ein Werbespot für Persil.

Zuvor war der öffentlich rechtliche Rundfunk aus unseres Erachtens nach guten Gründen frei von Werbung: Um den Einfluss von Unternehmen auf das Programm zu verhindern und - nicht zuletzt - da das Programm ja eigentlich bereits durch eine Gebühr von den Rezipienten finanziert wurde und wird.

Allerdings wollte der BR in den 50er Jahren eine Sendeanlage bauen - auf einem Gelände, welches der Firma Henkel gehört. Für die Baugenehmigung zahlte der Bayerische Rundfunk damit, dass - sofern Fernsehwerbung eingeführt wird - der erste Spot für ein Henkel Produkt (eben Persil) versprochen wird.

Gesagt, getan. Zwar gab es bundesweit harsche Kritik an der Einführung des Werbefernsehens seitens Politikern, Zeitungsverlegern und Journalisten. Entsprechende Klagen waren allerdings allesamt erfolglos - und der damalige BR Fernsehdirektor sah das ganze auch weniger kritisch und sprach von Werbung als "netter Bereicherung des Gesamtprogramms".

Auch beteuerte er damals, dass der Profit aus der Werbung kulturellen Zwecken und Organisationen zukommen sollten... ein nobler Vorsatz, von dem heute (unseres Wissens nach) allerdings nichts mehr übrig ist.

Geändert haben sich übrigens nebst der Verwendung der Werbeeinnahmen auch die werbetreibenden Branchen, die das Geld in den Säckel der Rundfunkanstalten spülen. Waren dies in den 50ern noch Kosmetika, Textilien, Reinigungsmittel, Elektrogeräte, Nahrungs- und Genussmittel (inkl. Alkohol), flimmern heutzutage im wesentlichen Spots für Online-Dienstleistungen und -Handel, Mobilfunkprovider, Arzneimittel und Autos über die Bildschirme der Republik.

Quelle: http://www.br.de/unternehmen/inhalt/geschichte-des-br/60-jahre-fernsehwerbung-100.html 

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