Montag, 14. November 2016

Volontäre

Volontäre: "Wir möchten bitte ausgebildet werden. Danke :-)"

Rund 400 Volontäre und Volontärinnen im Bereich der Printmedien haben an einer Befragung der Initiative Qualität im Journalismus (IQ) teilgenommen. Dabei stand der Grad der Ausbildung, die Inhalte und der persönliche Eindruck des Volontär- Daseins im Vordergrund. 


Mehr Struktur, mehr Feedback, mehr Crossmedia

Die Befragten zeigten sich vor allem hinsichtlich der Struktur in ihren Arbeitsstätten kritisch. Teilweise werde man als Lückenfüller von Redaktion zu Redaktion gereicht, ohne wirklich etwas zu leisten; man wird kaum eingearbeitet und ersetzt Kollegen, die krank sind - oder im Urlaub. 
Was vielen Volontären fehlt: ein fester Ausbildungsplan. Was einigen als "Orientierungschance mit vielfältigen Einblicken in alle Teile der Redaktion" angepriesen wird, artet bei anderen zu einem Spießrutenlauf des Journalismus aus. Der Lohn für diese Arbeiten schwankt zwischen 780€ und 2750€ im Monat. Dabei geben 46% der Befragten an, dass sie nach Tarif bezahlt werden, fast genau so viele (45%) werden untertariflich bezahlt. 

Neben dem materiellen Gewinn, steht auch der ideelle in der Kritik. Die Volontäre bekommen zu wenig Feedback von ihren Arbeitgebern - "learning by doing" ist die Devise. Meist sind Redakteure zu beschäftigt, um den Volontären über die Schulter zu schauen bzw. Texte gegenzulesen. Es fehlt den Volontären an allem: Erklärungen, Anleitungen und Einarbeitungen. Vor allem aber an Verständnis. Nach einem abgeschlossenen Studium sind viele zwar handwerklich bewandert, haben jedoch noch nie in einem größeren Unternehmen gearbeitet. Ein Ausbildungsredakteur wäre wünschenswert.

Die Crossmediale Ausrichtung der meisten Redaktionshäuser sei nicht mehr auf der Höhe der Zeit, beklagen die Volontäre. Webseiten und Internetpräsenz wird vernachlässigt und führt zu einer einseitigen Ausrichtung der Verlage. Die Onlineberichterstattung wird von den Volontären gewollt und von den Redakteuren ignoriert. Nur 44% der Befragten geben an, Crossmedial ausgebildet zu werden. 

"Wir möchten bitte ausgebildet werden. Danke :-)"

Den vollständigen Artikel finden sie hier.

Die Auswertung der Befragung finden sie hier.

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