Donnerstag, 3. November 2016

Wie retten wir das Fernsehen? Vielleicht mit zwei Bildschirmen?

Für alle, die noch nicht akzeptiert haben, dass das deutsche Fernsehen quasi einem langsam sinkenden Schiff gleichkommt, haben sich die intelligenten Köpfe des Mattscheibenrats zusammengefunden und ein Schmankerl der Spitzenklasse entwickelt: den Second Screen.

Was das ist, fragt ihr euch? Nun, beim Second Screen handelt es sich ganz einfach gesagt um euer Smartphone. Da das Fernsehen zumindest akzeptiert hat, dass es unmöglich ist, das intelligente Handy von der Fernsehcouch zu verbannen, dachten sie sich, warum das olle Ding nicht einfach mit einbeziehen?
Während ihr also fröhlich vor der Glotze hockt, könnt ihr euch nebenbei in den Apps der Sender, in den Foren der Sendungen, oder in Diskussionen mit Experten oder sonstwem eure Zeit vertreiben, wenn euch die Sendung selbst nicht mehr begeistert. Ein Beispiel dafür wäre der ARD-Film "Terror", bei dem die Zuschauer per Abstimmung in der App über das Schicksal des Angeklagten entscheiden durften, um dessen Tat sich der Film drehte.

Löscht der Second Screen denn nun den lodernden Scheiterhaufen, auf dem das deutsche Fernsehen hockt?

Aus einer 2014 veranstalteten Online-Studie von ARD und ZDF geht hervor, dass zwar 57% der "Onliner" parallel zum Fernsehen "selten" das Internet nutzen, allerdings hauptsächlich um Dinge über das Gesehene zu recherchieren. Das Second-Screening erfreut sich wohl gerade durch Großereignisse wie die Fußball WM/EM oder den Eurovision Song Contest steigender Beliebtheit, es ist allerdings nach wie vor fraglich, ob der zweite Bildschirm den ersten aus dem langsam aber sicher kommenden Rückgang retten kann, oder aber das Fernsehen dem Streaming weichen und sich früher oder später zu den aussterbenden Printmedien gesellen muss.

Wir sind gespannt was die Zukunft bringt, wenn man sich aber das Programm von RTL, SAT1 und den Öffentlich-Rechtlichen so anschaut, kann man nur hoffen, dem deutschen Fernsehen bald den Gnadenschuss verpassen zu dürfen.


Wer noch Interesse an weiteren Daten der Online-Studie hat, klickt hier: http://www.ard-werbung.de/media-perspektiven/publikationen/fachzeitschrift/2014/artikel/second-screen-parallelnutzung-von-fernsehen-und-internet/

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