Sonntag, 4. Dezember 2016

Blogeintrag: "Das Fernsehinterview"

Das Interview im Fernsehen

Obermaier Florian 
05.12.2016 

Die wohl bekannteste Form des Interviews ist das Fernsehinterview.


Dieses kann im Rahmen einer Liveübertragung erfolgen, oder aufgezeichnet sein.
Es gibt Einzelinterviews a'la Günther Gaus, oder Formate wie Magazinsendungen und Talkshows, welche eher einer offenen Gesprächsrunde ähneln als einem klassischen Interview.
Meist werden im Fernsehen bekannte Personen aus dem öffentlichen Leben wie Politiker, Schauspieler, Sportler oder Musiker interviewt.
Hierbei sind die Übergänge zwischen den drei grundsätzlichen Interviewformen (sachbezogen, meinungsbezogen und personenbezogen) sehr fließend.
Wird z.B. ein Politiker eingeladen, so ist das Interview eher sach- oder meinungsbezogen und wird höchstwahrscheinlich auch in ein personenbezogenes Interview übergehen.
Im Fernsehen werden auch Zivilpersonen interviewt, meist bei bestimmten öffentlichen Ereignissen wie z.B. bei einer Demonstration und oft im Rahmen einer Nachrichtensendung.
Bei sachbezogenen Themen kommen auch Experten zu Wort, um den Zuschauern komplexe Vorgänge oder Sachverhalte einfach und veranschaulicht zu erklären.
Grundsätzlich ist der Übergang der drei verschiedenen Interviewformen im Fernsehen meistens jedoch sehr fließend.

Beim Fernsehinterview ist auch immer eine Unterhaltungsfunktion gegeben.
Ein Vorreiter hierfür war Günter Gaus ,in den 60er Jahren, mit seiner Sendung "zur Person".
Im Rahmen eines Einzelinterviews schaffte er es Zuschauer zu unterhalten und ein Bild von seinen Interviewpartnern zu zeichnen, welche meistens aus der Politik kamen, ohne diese vor den Kopf zu stoßen.
Ähnliche Formate sind heutzutage nicht mehr oft anzutrefen.
Politische Themen werden mittlerweile gerne in Gesprächsrunden oder Magazinsendungen wie " Anne Will" oder "Hart aber fair" diskutiert. 
 Günther Gaus (links) 1974 im Gespräch mit Erich Honecker (rechts)1

Das Fernsehinterview stellt generell sehr hohe Anforderungen an den Interviewer und an den Interviewten.
Die Aufregung ist tendenziell höher als in anderen Medien, da neben den eigentlichen Aussagen die komplette Person im Fokus des Zuschauer steht.
Das äußere Erscheinungsbild, sowie Mimik und Körpersprache macht einen nicht unerheblichen Teil des Gesamteindrucks bei den Zuschauern aus.
Wie bei allen Interviews ist eine gute Vorbereitung für beide Seiten unerlässlich.
Viele Personen des öffentlichen Lebens absolvieren spezielle Medientrainings um sich auf diese Stresssituationen vorzubereiten und den hohen Anforderungen im Fernsehinterview gerecht zu werden.
Besonders der Interviewer muss eine angenehme Atmosphäre schaffen, um der allgemeinen Anspannung entgegenzuwirken und durch ausgefeilte Fagen und einer zweckdienenden Fragetechnik einen guten Einstieg in das Gespräch zu schaffen.
Um den Interviewpartner nicht zu langweilen ist meistens eine umfassende Recherche zu dessen Person und Biographie notwendig.
Man will den Interviewten schließlich nicht langweilen und neue Informationen zu seiner Person erfragen.
Ein professioneller Interviewer sollte immer die Oberhand behalten und in der Offensive bleiben, um heikle Situationen schnell entschärfen zu können.
Besonders bei erfahrenen, selbstbewussten oder egozentrischen Personen ist dies nicht zu unterschätzen.
Egal ob live oder aufgezeichnet ein Skript oder Drehbuch ist unumgänglich, damit das Interview einen roten Faden folgt und nicht aus dem Ruder läuft.

Wie es aussieht  wenn dies doch einmal passiert, seht ihr hier:

"Von einer Analphabetin muss ich mir so einen Quatsch erzählen lassen!"

Legendäres Interview mit Klaus Kinski
(Eskalation ab 6:28)




Quellen:

1
link

„Journalistische Darstellungsformen Handout“, Gabriele Hooffacker,
http://www.onlinejournalismus.org/programme/lsm/darstellungsformen_handout.pdf
[03.12.2016]


 Mario Müller-Dofel: Interviews führen, 2. Aufl.Wiesbaden 2016, S.83/127

Michael Haller: Das Interview - Ein Handbuch für Journalisten, 2.Aufl. Konstanz 1997, S. 41-43

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