Freitag, 2. Dezember 2016

Blogeintrag zum Thema "Interviews im Internet"

Interview als journalistische Darstellungsform im Internet


Was tun, wenn sich der Interviewpartner am anderen Ende der Welt befindet, die Informationen dennoch dringend notwendig für eine journalistische Arbeit sind?
Im Zeitalter des Internets ist dies kein Problem.

Im Internet findet man alle Arten von Interviews, jedoch lassen sie sich wie folgt in zwei verschiedene, am häufigsten zutreffende Arten unterteilen:

1) schriftlich über E-Mail und Chat:


Diese Art des Online-Interviews charakterisiert sich durch eine Kommunikation, die ausschließlich über Textdateien stattfindet: Der Interviewende sendet ausformulierte Fragen, welche der Interviewte, ebenfalls ausformuliert, beantwortet.
Die Vorteile dieses Interviews liegen darin, dass das Erhalten von Informationen schnell geschieht und eine journalistische Aufbereitung nicht notwendig ist. 
Die Nachteile stellen sich aus dem Fehlen des auditiven und visuellen Teils einer Kommunikation, der fehlenden Tiefgründigkeit, da der Interviewende nicht nachhaken kann, und der Tatsache, dass das Interview nicht zeitlich gebunden ist, woraufhin im Gespräch keine Spontanität aufkommen kann, zusammen. Vor allem das Fehlen des auditiven und visuellen Teils einer Kommunikation bewirkt, dass eine lebendige Gestaltung nur schwierig bis gar nicht möglich ist. Ausformulierte Fragen des Interviewenden und ausgefeilte standardisierte Antworten des Interviewten führen zur Förmlichkeit der Kommunikation. "Der auf diesem Weg befragte Minister lässt einen seiner Pressesprecher die Antworten verfassen; auch hier [wird der Reporter] nichts Neues und nichts Spektakuläres erfahren."¹

2) audiovisuell über Online-Videokonferenzen:


Die audiovisuelle Form des Online-Interviews besitzt - wie man dem Namen entnehmen kann - sowohl den auditiven als auch visuellen Teil der Kommunikation. Das bedeutet, dass die Interviewpartner sowohl auf die stimmliche Veränderung als auch auf Mimik, Gestik, Auftreten und Aussehen ihres Gegenübers reagieren. Unter dieser Voraussetzung kann das Interview lebendig gestaltet werden und hat in der Regel nicht den Anschein, zu förmlich zu sein. Des Weiteren findet dieses Gespräch live statt, d.h. die Interviewpartner müssen gegebenenfalls in der Lage sein, spontan auf die Aussagen des anderen zu reagieren und sich unangenehmen Situationen anzupassen. Dadurch ist es dem Reporter möglich, nachzuhaken und weitere Informationen aus dem Interviewten herauszukitzeln.
Die Nachteile dieser Art des Online-Interviews sind die Notwendigkeit einer journalistischen und qualitativen Aufarbeitung. Ursachen dafür sind Sprachfehler, Nervosität, Missverständnisse und eine fehlende Dynamik zwischen den Interviewpartnern. Zudem spielen aber auch technische Fehler wie Störgeräusche und -bilder oder eine schlechte technische Voraussetzung (Mikrofon, Webcam) der Interviewpartner, in der Regel eher beim Interviewten, eine Rolle.

Die Merkmale eines audiovisuellen Interviews im Internet verdeutlichen sich im folgenden Beispiel:

Carlo Ancelotti ist seit dieser Saison der Trainer des FC Bayern München.
Das schweizer Newsportal "blick.ch" titelt: "Ancelotti spricht mit Hoeness schon Deutsch!"
In einem Gespräch mit einem Reporter von "blick.ch" klärt Ottmar Hitzfeld die Frage, ob Ancelotti der richtige Trainer für die Bayern sei und gibt Informationen darüber, wie sich sein alter Bekannter Ancelotti bereits eingelebt hat.
Weitere Informationen findest du hier.

Doch was hebt nun Online-Interviews von Interviews in anderen Medien ab?
Wofür eignet sich ein Online-Interview am besten?


Wie bereits zu Beginn des Blogeintrages angesprochen, ist es durch das Internet möglich, weltweit mit Menschen zu kommunizieren, wobei man sich die Reisekosten für ein persönliches Gespräch einspart. Weiterhin besitzt man online die freie Auswahl an Arten eines Interviews: Je nach Qualitätsanspruch an ein Interview kann man entscheiden, ob man ein unkompliziertes schriftliches Interview oder ein aufwendiges audiovisuelles Interview führen möchte.
Ein Interview im Internet eignet sich dann perfekt, wenn man schnell und unkompliziert Informationen von einer Person erhalten möchte. Ein audiovisuelles Interview über eine Online-Videokonferenz kommt einem persönlichen Interview zwar schon sehr nahe, kann es aber auf keinen Fall ersetzen. In einem face-to-face-Gespräch zeigt sich die Spontanität und das Reaktionsvermögen eines Interviewten deutlich besser. Des Weiteren kann ein Interviewender noch tiefgründiger gehen und die Aussagen des Interviewten besser beurteilen.


Quellen:

¹ : vgl. Prof. Dr. Gabriele Hooffacker: http://www.onlinejournalismus.org/programme/lsm/darstellungsformen_handout.pdf, Seite 11

² : http://www.blick.ch/sport/videoformate/hitzfeld/hitzfeld-im-skype-interview-ancelotti-spricht-mit-hoeness-schon-deutsch-id4489304.html (Stand: 02.12.16)


Autor: Richard Berge (69087)

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