Sonntag, 4. Dezember 2016

Der Bericht im Radio

Wie in Presse, Fernsehen und Onlinemedien, ist auch im Hörfunk der Bericht einer der wichtigsten Hauptbestandteile. Aber was zeichnet einen Radiobericht gegenüber den anderen Medien aus? Dazu gibt es zwei wesentliche Punkte.


Prägnanz

Anders als im Fernsehen, kann der Bericht im Hörfunk nur auf dem akustischen Weg überbracht werden. Während man zu Hause in Ruhe auf der Couch sitzt, mag das noch kein Problem darstellen, spätestens aber im Multitasking, am Besten auch noch im Auto, bleibt nicht wenig Konzentration für den Bericht übrig. Gerade deshalb spielt die Prägnanz eine ganz wichtige Rolle.
Bei Radioberichten gilt:

- am besten nur Hauptsätze
- nur eine Information pro Satz
- wenig lyrische Spielereien
- keine Synonyme
- kein "Fachchinesisch"

Wer diese Faustregeln beachtet, muss sich keine Sorgen darum machen, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer während des Berichts zu verlieren.


Immersivität

Da man sein Publikum eben nur über den akustischen Weg erreichen kann, ist es auch wichtig, den Verlust der anderen Wahrnehmungen auszugleichen. das geschieht auf zwei Wegen.
Der Erste ist, seine Zuhörer direkt anzusprechen. In der heutigen Zeit sitzen nur noch sehr wenige Menschen beisammen und hören Radio. Der moderne Hörer ist allein. Ob im Auto, im Zug über das Smartphone, oder über das Küchenradio beim kochen, es hört meistens nur eine Person zu, die direkt angesprochen wird. Diese fühlt sich dadurch integriert, als wäre sie schweigende Partei in einem Dialog.
Der zweite Weg ist, die visuelle Wahrnehmung zu simulieren. Zwar sollten - wie oben erwähnt - keine lyrischen Spielereien verwendet werden, dennoch ist es wichtig, die Möglichkeiten des akustischen Mediums voll auszuschöpfen, damit der Zuhörer sich fühlt, als wäre er bei den Geschehnissen dabei. Dabei spielen Betonung, Ausdruck und im lokalen Bereich auch der Dialekt (Sympathiebonus) eine tragende Rolle.


Das wären die wichtigen Bestandteile, die einen Radiobericht zu etwas Besonderem machen. Wie wäre es nun mit einem kleinen Beispiel?


Teaser

Am 25. November 2016 verstarb der kubanische Revolutionär und Politiker Fidel Castro im Alter von 90 Jahren. Einen Radiobericht über nähere Informationen zu seiner Beisetzung findet ihr hier.

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