Mittwoch, 14. Dezember 2016

Einzelbeleg: Umfrage/ Voxpop in Printmedien

Eine Umfrage dient im Allgemeinen der Überblicksverschaffung verschiedener Meinungen zu einer Thematik innerhalb eines Programms oder Formats. Sie wird daher meist ergänzend zu bspw. einem Bericht, einer Diskussion oder Reportage durchgeführt.

Bei  klassichen Printmedien wie z.B. Zeitung oder Zeitschriften treten einige Besonderheiten in Bezug auf eine Umfrage auf.
In den meisten Fällen wird sich innerhalb eines Artikels nur auf das Ergebnis einer Umfrage bezogen und die dazugehörige Quelle mitangegeben.

Beispiele:

Volksstimme Salzwedel - "Deutsche sehen die EU auf falschem Weg"

New Business - "Glaubwürdigkeit Printmedien"

Experten - "Über die Glaubwürdigkeit von „Facebook-Fake“"


In allen genannten Beispielen bezieht sich der Artikel auf eine Umfrage, der die Angaben innerhalb des Artikels unterstützt oder der Artikel stützt sich ausschließlich auf die Ergebnisse der genannten Umfragenergebnisse. Dabei wird in keinem Artikel angegeben welche Zielgruppe befragt wurde und somit kann man auch nicht ausmachen, wie sich das Meinungsspektrum der Umfrage zusammensetzt. D.h. es ist, wie die Definition einer Umfrage bestätigt, nicht repräsentativ eine kleine Anzahl zufälliger Leute zu einer bestimmten Thematik zu befragen, da bei vielen Befragten Vorwissen fehlen kann und somit nur subjektive Äußerungen getätigt werden können. Dies wiederum bedeutet, dass innerhalb der drei genannten Beispiele eine Verallgemeinerung vorgenommen wurde.

"Knapp zwei Drittel der Deutschen sind unzufrieden mit dem Zustand der Europäischen Union, und fast die Hälfte will eine Abstimmung über den Verbleib in der EU." - Volksstimmeartikel
  • Keine genaue Zahlenangabe, lediglich Mengenangabe in Prozent
    --> Annahme, dass ALLE deutschen Einwohner befragt wurden, was unrealistisch ist
    --> nicht repräsentativ, dennoch in Form eines wissenschaftlichen Berichts angegeben
 "69 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren würden bei unterschiedlichen Meldungen über ein und dasselbe Ereignis eher Zeitschriften und Zeitungen glauben, acht Prozent würden eher den sozialen Netzwerken vertrauen. [..] Das geht aus der Repräsentativbefragung "Relevanz und Glaubwürdigkeit der Medien" unter 1.458 Personen hervor, .." - New Business Artikel
  • genaue Zahlenangabe diesesmal vorhanden, aber nicht repräsentativ aufgrund kleiner Anzahl der Befragten und Zielgruppe der Umfrage ebenfalls nicht bekannt

Wenn eine Zeitung oder Zeitschrift heutzutage eine Umfrage selbst durchführt, geschieht dies innerhalb einer Online- Umfrage (siehe Umfrage/ Voxpop Internet) in der der Teilnehmer meist eine Reihe von Antwortmöglichkeiten (multiple choice) zu einer bestimmten Fragen vorgegeben bekommt.
Daher fällt die Art der Umfrage in den Printmedien gegenwärtig eher in den Bereich der Statistikermittlung und distanziert sich vom reinen Voxpop in der die ungeschminkte Meinung eines Befragten im Mittelpunkt steht. Somit entfällt der persönliche, authentische Charakter einer Voxpop, da keine reale Person im Fokus steht. Die Erstellung einer Umfrage/ Voxpop ist daher in anderen Medien wie Radio/TV/Internet besser geeignet aufgrund der Flexibiltät und Vielseitigkeit dieser.



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