Mittwoch, 18. Januar 2017

Twitter für Journalisten

Warum wir heute alle twittern sollten!!!!

These: Im Social Media können schneller und individueller aktuelle Nachrichten verbreitet werden.


Wo ich vom neuen US-Präsidenten gehört habe? Auf Twitter.

Wo ich zum ersten Mal gelesen habe, dass Angela Merkel erneut als Kanzlerkandidatin antreten wird? Auf Twitter.

Und wo ich die meisten meiner Lieblingslinks aus der Welt des digitalen Journalismus finde? Natürlich auf Twitter.

Twitter ist für mich der schnellste und individuellste Onlinedienst. So erfahre ich immer was gerade in der Welt los ist.


Twitter ist ein sogenannter Onlinedienst, der es jedem ermöglicht Meldungen mit bis zu 140 Zeichen zu verschicken. Während E-Mails und IM (Instant Messaging) Nachrichten einen direkten Empfänger oder Empfängerkreis haben, haben Twitter Meldungen das Potential mehrere hundert oder tausend Empfänger zu erreichen.
Das Wort Twitter kommt aus dem englischen und bedeutet Gezwitscher, so wie es Vögel tun. Twittern, also Zwitschern, ist nicht mehr als persönliche Meldungen einer breiten Masse an Menschen zugänglich zu machen – oder gezielt einem bestimmten Personenkreis.
Man muss bei Twitter den Gedanken an die direkte Kommunikation mit anderen Menschen ein wenig Außerachtlassen und sich mit dem Gedanken der indirekten Kommunikation anfreunden. Jede verfasste Meldung, die Sie über Twitter einstellen wird von Twitter und den Nutzern als sogenanntes Update angesehen und gibt ihre derzeitige Tätigkeit, Stimmungslage oder gerade Geschehenes wieder.

Warum nun aber Twitter? https://twitter.com/

Weil die Beschränkung auf 140 Zeichen Geschwätzigkeit verhindert.
Weil Twitter extrem schnell ist.
Weil ich per Twitter unkompliziert mit Lesern und Informanten kommunizieren kann.

Twitter ist ins besonders bei Katastrophen und Krisen nicht mehr wegzudenken. Nach dem Terroranschlag in Brüssel am 22.März 2016 tauschten beispielsweise viele Menschen über das Portal Informationen aus, die Seite diente als Nachrichtenkanal. Auch bei der Abstimmung des Brexit in Großbritannien im Juni sowie bei den Wahlen in den USA im November 2016 spielte Twitter eine wichtige Rolle.


Twitter - Sinnvoll oder doch Sinnlos?

Die Meinungen über Twitter ist gespalten, denn viele halten es für sinnvoll, andere hingegen für sinnlos. Meine eigene Meinung über Twitter ist ebenfalls gespalten, denn es gibt sowohl Vor- als auch Nachteile.
Als Vorteil ist in jedem Fall zu nennen, dass sich über Twitter sehr schnell Informationen verbreiten – viel schneller als zum Beispiel über Radio und Fernsehen. Als im Hudson River in New York das Flugzeug landete, erschien diese Information zuerst auf Twitter, da einige Touristen, die einen Twitter-Account hatten und sich in diesem Moment am Hudson River befanden, die Bilder und Eindrücke auf Twitter teilten. Die Nachricht verbreitete sich innerhalb einiger Minuten.
Auch die Nachricht über Osama Bin Ladens Tod verbreitete sich auf Twitter rasend schnell. Das Weiße Haus selbst twitterte Auszüge aus der Rede Obamas, als er über die Ermordung Bin Ladens sprach.
Doch nicht nur hilfreiche, informative Tweets verbreiten sich rasend schnell: Auch vollkommen sinnlose Tweets sind innerhalb von Sekunden der gesamten Welt bekannt. Ashton Kutcher zum Beispiel postet viele vollkommen sinnfreie Tweets, beispielsweise was er seiner Mutter zum Muttertag schenken soll.
Doch ein weiterer Vorteil ist, dass Twitter in mehreren Sprachen verfügbar ist, derzeit sind es Japanisch, Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch, sodass viele Menschen auf der Welt den Dienst nutzen können. Dass Twitter keine persönlichen Daten verlangt, ist für den Nutzer zumeist beruhigend, da sie nicht so viel von sich preisgeben müssen. Viele tun dies mit ihren Tweets jedoch trotzdem.
Da auch viele Stars und Sternchen Twitter benutzen, ist die Gefahr von Fake-Accounts sehr hoch. Daher prüft Twitter die Star-Accounts und die, die wirklich den entsprechenden Stars gehören, werden mit einem grünen Häkchen als geprüft markiert. Doch wenn einer dieser Accounts gehackt wird, wie im Falle von Miley Cyrus vor zwei Jahren, werden auch viele falsche Informationen gepostet, die dem Star selbst und seinem Ansehen schaden können.
Ein weiteres Problem ist die Edit-Funktion. Sobald ein Tweet retweetet wurde, ist eine Veränderung nicht mehr möglich. Ein Beispiel, dass derzeit viel Aufmerksamkeit erregte, war ein Tweet des Regierungssprechers Steffen Seibert. Er twitterte über den Tod Osama bin Ladens und schrieb anstatt „Osama“ „Obama“. Somit änderte sich der komplette Sinn und dieser Fehler verbreitete sich innerhalb von Sekunden über die ganze Welt. Zwar stellte er diesen Tweet Sekunden später richtig, jedoch war sein vorheriger Tweet schon retweetet worden und daher konnte er ihn nicht mehr löschen. Twitter selbst entfernte diesen Tweet auf Wunsch des Regierungssprechers.
Auch wenn Twitter viele Vorteile hat, ist es aufgrund der Nachteile mit Vorsicht zu genießen. Sicherheit und überlegtes Twittern sind eine gute Methode, seinen Twitter-Account Hackern schwerer zugänglich zu machen. Und bevor man eine der Nachrichten auf Twitter weiterverbreitet, sollte man sich – nach Möglichkeit – noch einmal in einer anderen, etwas seriöseren Quelle versichern, dass diese Information tatsächlich wahr ist.


Mein Fazit über Twitter

Meine eigene Meinung über Twitter ist ebenfalls gespalten. Die Vor- und Nachteile wiegen sich auf. Jedoch finde ich, dass man Twitter mit entsprechender Vorsicht doch relativ beruhigt nutzen kann.
Zur schnellen Verbreitung von Neuigkeiten ist Twitter nach meinem Befinden am besten geeignet. Es ist einfacher als Facebook, bietet aber weniger Möglichkeiten – zum Beispiel, was die direkte Anzeige von Videos oder Spiele angeht.

Montag, 16. Januar 2017

Facebook These

Social Media in Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit – Facebook

These: Junge Menschen decken ihren Bedarf an Informationen über Social Media.

Veranstaltungen, Geburtstage und wichtige Meldungen aus aller Welt – ohne Facebook würden wir jungen Menschen von dem all nichts mitbekommen. Ein Leben ohne Facebook ist für viele von uns heutzutage überhaupt nicht mehr vorstellbar.
Facebook ist für uns mittlerweile weit mehr, als nur eine Messaging-App. Es ist weltweit das größte und bedeutendste Soziale Netzwerk – auch für Medien. Facebook selbst beschreibt sich als „personalisierte Tageszeitung“. Die Grundlagen für Inhalte sind hauptsächlich Textmitteilungen, hochgeladene Inhalte mit Text, Foto oder Video, eingebettete Inhalte, wie z.B. YouTube-Videos oder Links für Webseiten/Artikel. Rund ein Viertel der Leser einer Webseite gelangen über Facebook dorthin. Jedes zweite Online Mitglied verbringt rund 20%-30% in dem sozialen Netzwerk.
In einer Statistik von statista.com, die die Anzahl der monatlich aktiven Facebook-Nutzer weltweit vom 3. Quartal 2008 bis zum 4. Quartal 2015 darstellt, wird deutlich, wie stark die Priorität der Nutzung von Facebook ansteigt.
Oftmals muss man den Eltern und Großeltern erklären, wie Facebook funktioniert, da sie sich nichts darunter vorstellen können. Wenn man sich in Facebook einloggt, erscheint auf der Startseite eine Timeline mit abonnierten Inhalten von Freunden und öffentlichen Seiten. Die Inhalte können auf deren Chronik gesehen (gelesen, gehört), mit einem „gefällt mir“ („Likes“) oder einem Gefühl („Reactions“) bewertet,  kommentiert („Comments“) und wenn es sich um öffentliche Inhalte handelt, an eigene Freunde weitergeleitet (=geteilt – „Shares“) werden.
Die Nutzung von Fernsehen, Radio und Printmedien nimmt bei Menschen im Alter von 16-24 Jahren stark ab. Wiederum nimmt die Nutzung von Social Media, wie z.B. Facebook und der damit verbundene Informations-Input stark zu. Die Nachrichten-„Posts“ können direkt kommentiert und diskutiert werden. Junge Menschen informieren sich überwiegend online über ihr Smartphone und haben das Interesse in ihrem Umfeld immer auf dem neuesten Stand zu sein. Der häufigste Nutzungsgrund ist die einfache Art auf verschiedene Quellen zugreifen zu können.
Im Allgemeinen nimmt das Interesse an Nachrichten wiederum bei jungen Menschen ab. Das Vertrauen in Nachrichten und Journalisten ist besonders niedrig. Die häufige Nutzung von Facebook lenkt einen von wesentlichen Dingen im Alltag ab. Durch den großen Input an „Posts“ stehen statt wichtigen Nachrichten, sinnfreie Bilder und Videos von diversen Seiten im Fokus der jungen Nutzer. Die Seriosität und Glaubhaftigkeit von verschiedenen Nachrichtenmeldungen stehen oftmals in Frage.
Es ist eine leichte Tendenz zu erkennen, dass die These bestätigt wird. Im Allgemeinen wird es eine Zunahme der Nutzung von Internet und Social Media als Quelle für Informationen und Nachrichten bei jungen Menschen geben. Dies liegt vor allem daran, dass unsere Generation und folgende Generationen in einer medialen Welt aufwachsen und es als normal angesehen wird, sich nicht mehr über Fernsehen, Radio und Printmedien zu informieren.

Pressearbeit (Medie Relations) (Teil 1 - Einleitung, Pressemitteilung)

Pressearbeit? Was habe ich damit zu tun? Ich bin Medientechniker! Mein Job wird es sein, im Hintergrund zu wirken: Die Kamera führen, die Beleuchtung richten, Websiten zu designen oder Audio/Video zu bearbeiten. Also warum sollte ich mich mit der Pressearbeit auseinander setzen? Damit werde ich nicht in Berührung kommen. Richtig?

FALSCH!

Pressearbeit betrifft uns alle. Natürlich werden wir eher selten in die Situation kommen, eine Pressemitteilung zu schreiben oder eine Pressekonferenz zu planen. Dennoch sollte man schon wissen, mit welchen Abteilungen unsere Arbeit in Berührung kommt. Und dazu zählt auf jeden Fall die Öffentlichkeitsarbeit.
Als Stabstelle jeder Firma schwebt die Öffentlichkeitsarbeit über uns allen. Sie informiert die Allgemeinheit über Neuerungen, anstehenden Änderungen oder gibt Informationen die das Image beeinflussen können.
Da natürlich die Öffentlichkeitsarbeiter kein tiefes Fachverständnis über alle Abläufe, Produkte, Herstellungsprozesse oder Ähnliches haben können, müssen sie sich dieses Fachwissen aus den diversen Abteilungen holen.

Und genau da kommen wir ins Spiel.

Als Medientechniker kann als gemeinsamer Berührungspunkt der Internetauftritt sein. Der Medientechniker gibt das fachliche Hintergrundwissen für Programmiersprachen und der Öffentlichkeitsarbeiter weiß um den Inhalt und das Design Bescheid.

Da wir nun wissen, dass auch uns die Öffentlichkeitsarbeit tangiert, sollten wir uns ein paar Werkzeuge dieser Abteilung anschauen. Da zu jeder Zeit ein Mitarbeiter dieser Stabstelle auf uns zukommen kann, um eine fachliche Aussage von uns zu verlangen. Dabei kann er ein Statement für eine Pressemitteilung benötigen, unsere Anwesenheit auf einer Pressekonferenz wünschen oder den Auftrag geben, für die Firma Footage-Material aufzubereiten.

Und genau um diese drei Formen der Media Relation soll es gehen…


Pressemitteilung:
Als Beispiel für eine Pressemitteilung nehmen wir hier eine Medieninformation der Polizei Sachsen in Augenschein: https://www.polizei.sachsen.de/de/dokumente/PDL/120117XPM.pdf (Stand: 13.01.2017).

Wie gleich zu Beginn auffällt, ist in der Kopfzeile der Name der Polizeidirektion Leipzig und das Logo der Polizei Sachsen zu erkennen. Gleich darunter befinden sich der Ansprechpartner der Pressemitteilung, sowie die dazugehörigen Kontaktinformationen und das Datum. In derselben Zeile unten befinden sich noch eine kleine Schwarz/Weiß-Darstellung des Gebäudes, die Hausanschrift, allgemeine Kontaktadresse und Verkehrsanbindungen. Diese Informationen am rechten Rand befinden sich nur auf der ersten Seite. In den Nachfolgenden Seiten ist dieser Platz frei gehalten - für etwaige Notizen von Journalisten. Auf den nachfolgenden Seiten wird weiterhin die Kopfzeile fortgeführt.

Unter der Überschrift Medieninformation wird die Pressestelle erwähnt und ein wenig Raum für eine Sperrfrist vorgesehen.
Gleich darauf folgen die Überschrift sowie der Titelzusatz, um das Thema der Pressemitteilung zu geben.  
Weiter geht es dann mit den einzelnen Punkten, denn in dieser einen Pressemitteilung sind alle wichtigen Inhalte, welche in einem gewählten Zeitraum (in diesem Fall vom 10.01.2017 bis 11.01.2017) aufgetreten sind.

Zum Inhalt sind in den einzelnen Punkten kleine Teilüberschriften gegeben, gefolgt von einer Orts- und Zeitangabe. Darauf folgt das genaue Statement. In dieser sind kurz und neutral die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Aus der Form der Pressemitteilung ist zu erkennen das es sich um eine Pressemeldung handelt, da folgende Merkmale zutreffen:

  • schlicht, sehr kurz und sehr sachlich
  • Nach einer nüchternen Überschrift folgt eine neutrale Kurzzusammenfassung der Fakten (Wer macht wann was, wie, wo und warum)
  • Anschließend folgen noch kurze Erläuterungen

Des Weiteren ist der Pressemitteilung anzusehen, dass es aktuelle Themen sind und diese kurz, glaubwürdig und übersichtlich aufbereitet wurden. Der Text schafft lokalen Bezug und wirkt trotz neutraler Ebene „lebendig“. Er ist verständlich geschrieben, enthält keine Werbebotschaften und hat einen aktuellen Stil.

Alles in Allem scheint die Pressemitteilung gelungen und für diese Art der Informationen und den Wissensgehalt gut gewählt und dementsprechend aufgearbeitet.

(von René Lyssy)

Pressearbeit (Media Relations) (Teil 2 - Pressekonferenz, Footage-Material)



Pressekonferenz:
Als Beispiel für eine Pressekonferenz nutzen wir das Thema „Anschlag in Berlin“  vom 19.12.2016, welches in einer Pressekonferenz im Berliner Rathaus am 20.12.2016 aufgearbeitet wurde: https://youtu.be/-qjVaeoakh0 (Stand: 13.01.2017).

Die Konferenz beginnt mit der Begrüßung vom Sprecher, der sogleich das Thema der Pressekonferenz mitteilt und die einzelnen Teilsprecher mit Namen und Amt bzw. Fachrichtung vorstellt. Danach übergibt er an den ersten Fachsprecher.

Der aktuell regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller eröffnet sogleich seine tiefe Erschütterung und Trauer über das Ereignis. Er erwähnt die Opfer und Verletzten und gibt an, sich vor Ort ein Bild gemacht zu haben. Er erklärt das Szenario und die Geschehnisse. Zudem gibt er an, dass auch von außen Beteiligung gezeigt wurde. Ein Dank sendet er an alle Helfer vor Ort und lobt die Kräfte sowie das schnelle Reaktionsvermögen. Ebenso bedankt er sich bei den Medien, die seriös mit dem Thema umgegangen sind. Er lobt die Kommunikation der Polizei und er gibt weitere Informationen für abendliche Trauerzusammenkünften. Abschließend appelliert er an die Friedliche Koexistenz der Menschen.

Als zweites folgt der Innensenator Berlins, Andreas Geisel mit genaueren Zeitangaben des Anschlags und bedankt sich ebenfalls bei allen Menschen, die Hilfe und Sicherheit gegeben haben. Er erwähnt die Hochstufung der Sicherheitsmaßnahmen und berichtet vom Ausfall der Weihnachtsmärkte für die Tage nach dem Anschlag aus Pietätsgründen. Er erwähnt den Bundesinnenminister und dessen polizeiliches Unterstützungsersuch, welches gern angenommen wurde. Weiterhin erläutert er die Auswirkungen auf zukünftige Veranstaltungen wie die Silvesterfeier. Zum Schluss geht er allgemein auf das Thema Terrorismus ein und bittet um geeigneten Umgang damit um sich nicht von solchen Aktivitäten abschrecken zu lassen, sondern die Lebensweise beizubehalten. Außerdem verweist er noch auf die Pressekonferenz vom General-Bundesanwalt. Ebenso bittet er die Bürger weiter Bilder oder Videos der Berliner Polizei zur Verfügung zu stellen. Eine Trauerbeflankung der Berliner Behörden, welche er angeordnet hat, erwähnt er zu guter Letzt.

Der Sprecher meldet sich wieder um sich bei den beiden Vorrednern zu bedanken und leitet die Ansprache des Polizeipräsidenten Berlins, Klaus Kandt, ein.

Dieser eröffnet ebenfalls mit einem Dankeschön und gibt weitere zeitliche Details an, sowie seine Sicht auf den Ablauf des Anschlags. Auch er lobt die Pressearbeit, vor allem die soziale Medien. Er weist auf eine Wertung des Bundeskriminalamtes über Sicherheitsmaßnahmen und das auch die Weihnachtsmärkte als potenzielle Ziele genannt wurden. Diese Schätzung sei nun eingetreten und Klaus Kandt erläutert weitere Vorgehensmaßnahmen, vor allem mit dem flüchtigen Täter und die Aufwertung der Sicherheitsmaßnahmen. Er nutzt Fachausdrücke und erläutert diese der Öffentlichkeit. Weiterhin vergleicht er die hochstufungen der Sicherheitsmaßnahmen mit denen, welche nach den Anschlägen in Paris unternommen wurden. Zum Schluss erwähnt er seine besetzte Befehlsstelle, welches Kraft und Tatendrang signalisiert.

Ralf Rothe, der General-Staatsanwalt folgt daraufhin. Auch er bringt seine Trauer zum Ausdruck. Er erwähnt den Kontakt zwischen der Berliner Staatsanwaltschaft und dem General-Bundesanwalt, sowie die ergriffenen Maßnahmen der Staatsanwälte. Nochmals wird die nachfolgende Pressekonferenz erwähnt. Darauf ist das Statement zu Ende.

Landesbranddirektor Wilfried Gräfling möchte als nächstes über den Ablauf aus Sicht der Feuerwehr berichten. Sofort gibt er Zeitangaben und wie die Berliner Feuerwehr davon erfahren hat und worauf sie sich eingestellt hatten. Er erzählt die Anzahl der Einsatzkräfte und berichtet weiter vom Standartkonzept der Feuerwehren und dessen Anpassungen. Nochmals gibt er Daten und Zahlen über die Opfer und gibt Hinweise auf Berlins Krankenhausdichte. Zum Schluss lobt er das System und bedankt sich nochmals bei allen.

Darauf ertönt die Stimme des Sprechers und bedankt sich wie zuvor bei den Vorrednern. Nun leitet dieser die Diskussionsrunde ein, mit der Bitte, dass der Fragende sich meldet und nach Aufruf sich mit Namen, Medium und an wen sich die Frage richtete, vorstellt. Der Sprecher ruft den ersten Fragenden auf und damit beginnt die Fragenrunde.

Die Fragen werden so gut und kompetent wie möglich beantwortet.

Zum Schluss bedankt sich der Sprecher bei den Anwesenden Personen und wünscht noch einen angenehmen Nachmittag. Damit ist die Pressekonferenz beendet.

Was dabei leider nicht zu sehen war, sind die ganzen Abläufe, welche im Hintergrund von Statten gehen. Somit möchte ich hier einen kurzen Einblick darüber geben.
Als erstes sei gesagt, dass Pressekonferenzen eher für größere Firmen, Organisationen und Behörden geeignet sind, da der Aufwand für berichtenswerte Informationen gerechtfertigt sein sollte. Bei kleineren Firmen, welche vielleicht nur reine Geschäftszahlen zu präsentieren haben, lohnt sich dieser Aufwand nicht. Anlässe können hierbei politischer Natur, Vorstellung neuer Fertigungstechnologien oder medienrelevante Neuigkeiten sein.
Hat man einen passenden Grund gefunden sollte man u.a. Journalisten einladen, Räumlichkeiten organisieren, Pressemappen zusammenstellen und den Ablauf planen. Hilfreich ist dabei sich immer die 4 W-Fragen einer Pressekonferenz vor Augen zu halten: Weshalb wollen Sie eine Pressekonferenz veranstalten? Wann soll die Konferenz stattfinden? Wo wird sie stattfinden? Wie soll sie Ablaufen?
Ist dies vorbereitet tut man gut daran eine Presseinformation zu erstellen. Eine kurze Information mit Ansprechpartnern sollte immer vorhanden sein.
Ein Must-Have ist die Pressemappe. Diese sollte jedem Teilnehmer der Pressekonferenz zur Verfügung gestellt werden. Beinhalten sollte die Pressemappe auf jeden Fall: Das Programm der Pressekonferenz, Die Pressemitteilung, Die Referate der Veranstaltung in Kurzform, Zusätzliche Informationen, Zahlenmaterial, Fotos / graphische Darstellungen sowie den Backgrounder.
Der Backgrounder gibt dabei kurz aber informativ alle wichtigen Details der jeweiligen Firma/Verein/Organisation wieder.
Hat man all dies beachtet, kann die Pressekonferenz stattfinden. Als erstes treffen die Gäste ein, darauf folgt die Konferenz und zum Ende sollte es Raum für Fragen geben. Eine der Tageszeit angemessene Bewirtung und Pressegeschenke sind dabei eine nette Zugabe.
Zur Nachbereitung kann man noch Belegexemplare den jeweiligen Medien zukommen lassen und Kontakt mit den teilnehmenden Journalisten pflegen.
Man weiß nie, wann man sie das nächste Mal braucht.

Footage-Material:
Dieser Begriff klingt erst einmal neu und doch vertraut. Wenn man das Wort Footage hört, denkt man zuerst an Found-Footage-Filme á la Blair Witch Project oder Paranormal Activity.

Aber was ist denn nun dieses Footage-Material?

Hier eine kurze, selbsterstelle Definition:
„Footage Material sind original Videoaufnahmen, welche von Firmen, Unternehmen oder sonstigen öffentlichkeitsrelevanten Organisationen einer dienenden Personengruppe zur Verfügung gestellt werden, um als Hilfsmittel für die Öffentlichkeitsarbeit zu fungieren. Dabei wird das bereitgestellte Videomaterial, welches bereits aus mehreren Einzelclips bestehen kann, nur mit unbearbeitetem Originalton (d.h. keine musikalische Untermalung oder menschliche Sprache) zur Verfügung gestellt.“

Als Beispiel wollen wir hier auf die Internetseite des britischen Erdölunternehmens BP p.l.c. (British Petroleum public limited company) eingehen: http://www.bp-footage.de/ (Stand 14.01.2017)

Auf den ersten Blick wird sofort klar, dass es sich um bereitgestelltes Videomaterial handelt. Scrollt man durch die Seite sieht man auch, dass die Videos aus den verschiedenen Bereichen des Unternehmens stammen. Sieht man sich nun einen dieser Clips an, erkennt man das dort originale Videoaufnahmen bereitgestellt wurden. Das heisst sie sind originalvertont und kein Sprecher oder ähnliches kommentiert etwas. Außerdem sind keine Videoeffekte, Filter oder sonstige Bearbeitungsmaßnahmen enthalten. Allein ein Zusammenschnitt ist erkennbar, ansonsten sind es Rohdaten.
Diese Filmbausteine können für die Berichterstattung oder als Ergänzung zu selbst gedrehtem Material genutzt werden. Wenn somit zum Beispiel ein TV-Beitrag erfolgen soll, können sich die Redakteure und Macher des Beitrags viel Zeit, Kosten und Mühen sparen, wenn sie das bereitgestellte Material verwenden.
Doch auch hier ist die Nutzung an einige Bedingungen geknüpft:

  • Die Rechte an allen Aufnahmen liegen bei der jeweiligen Quelle. Dieses Filmmaterial ist international urheberrechtlich geschützt
  • Das Footage-Material darf nur für journalistische Zwecke eingesetzt werden. Ein Verkauf und die Weitergabe der Sequenzen an Dritte ist nicht erlaubt
  • Eine kommerzielle Nutzung bedarf der Genehmigung durch das Presse- und Informationsamt der jeweiligen Quelle
  • Bei Bereitstellung von Footage-Materials sollte gebeten werden, im Abspann die Quelle zu nennen
Außerdem kann man als Medientechniker immer in die Situation kommen, selbst einmal Footage-Material für eine Firma erstellen zu müssen.
Doch wenn man immer daran denkt, dass dieses Material unbearbeitet ist, oder sich bei der Verwendung an die 4 Nutzungsbedingungen hält, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Doch wenn man sich nicht sicher ist, ist es keine Schande die Rechtsabteilung oder Öffentlichkeitsarbeiter um Rat zu fragen. Denn auch Medientechniker sind nur Menschen. 

(von Robert Wolfsteller)

Sonntag, 15. Januar 2017

Snapchat These


Journalisten werden zunehmend speziell für einzelne Social-Media-Kanäle publizieren!?

Snapchat ohne die bunten Bilder, Animationen und Videos? Unvorstellbar! 
Snapchat und ein ganz normaler schriftlicher Artikel? Gar nicht möglich!
Doch werden Journalisten zunehmend speziell für einzelne Social-Media-Kanäle, wie zum Beispiel Snapchat, publizieren?

Betrachten wir dies einmal etwas genauer:
Snapchat ist unter den sozialen Medien auf dem Vormarsch. So lag die Zahl der täglich aktiven Snapchat-Nutzer laut statista.com im Juni 2016 bei 150 Millionen! Zum Vergleich: Die Zahl der täglich aktiven Twitter-Nutzer belief sich zum gleichen Zeitpunkt auf 140 Millionen.

Doch die Instant-Messaging-App, welche 2011 von Robert „Bobby“ Murphy und Evan Spiegel hauptsächlich zum Verschicken von Bildern entwickelt wurde, bietet mittlerweile noch viele weitere Features. Wie der Name „Snapchat“ schon sagt kann man damit nicht nur „Schnappschüsse“ teilen und chatten, sondern seit der Einführung des Snapchat-Discover-Updates, Anfang 2015, auch News empfangen.
Snapchat Discover bietet dem Nutzer die Möglichkeit durch einfache Wischbewegungen in verschiedene Themenbereiche einzutauchen.
So sind in darin tägliche Nachrichten (Daily Mail), Klatsch und Tratsch (Cosmopolitan, People Magazine), Sport (b/r sports), Tipps und Tricks (BuzzFeed), Essensideen (food network) oder auch Musik (MTV) und Comedy (comedy central) enthalten.

Journalisten bietet dies eine großartige Möglichkeit ihre Inhalte mit Hilfe der sozialen Medien der jüngeren Generation näher zu bringen.
Doch viele Jugendliche wandten sich extra Messenger-Diensten, wie Snapchat zu, weil sie auf anderen Seiten von zu vielen institutionellen Anbietern mit Botschaften „angesprungen“ wurden.
Und so mussten Journalisten und Redaktionen sich etwas einfallen lassen, um ihre Inhalte so interessant, wie nur möglich zu gestalten. Die meisten Medienhäuser haben sich deshalb eigene Teams zusammengestellt, welche den Snapchat-Content erstellen und verwalten. Denn durch das Snapchat-Prinzip ist es nicht möglich einfache schriftliche Artikel online zu stellen.
Mit einem Mix aus Animationen, kurzen Videos, Bildern, großen Überschriften und den dazugehörigen Texten übermitteln die Medienhäuser ihre Informationen nun im Snapchat-Stil, um die jungen Nutzer zu erreichen.




Auch der technologische Wandel trifft mit zunehmender Zeit die Medienhäuser. Die große Reichweite und Vielfalt der sozialen Medien ist unabdingbar.
Wie man am Beispiel Snapchat sieht, haben viele Journalisten ihre Inhalte bereits an die einzelnen Social-Media-Kanäle und somit auch an die Zielgruppen angepasst.  Um in dieser Hinsicht konkurrenzfähig zu bleiben müssen dahingehend auch die eigenen Journalisten spezialisiert werden, um die Möglichkeiten der sozialen Medien voll auszuschöpfen.


Wie man unschwer erkennen kann, beinhaltet die Argumentation zum größten Teil Punkte, die für die These sprechen. Man kann also durchaus davon ausgehen, dass Journalisten auch in Zukunft speziell für Social-Media-Kanäle produzieren werden.

Instagram

Instagram
These: Werden Social-Media-Kanäle bald Nachrichtendienste übernehmen?                                 -Anhand von Instagram
Instagram ist eine Smartphone-App und ein damit verbundenes Soziales Netzwerk, das sich dafür eignet, Handyfotos und kurze Videos (bis zu 60 s) zu publizieren. Täglich werden von 300 Mio. Menschen rund 70 Mio. Fotos und Videos auf dieser Plattform veröffentlicht, wie Instagram in einer Pressemitteilung Ende Dezember 2014 bekannt gab. Aktuell kann man von 500 Millionen aktiven Nutzern pro Monat ausgehen, die Zahl der täglich erscheinenden Einträge ist auf 80 Millionen gestiegen. Laut Schätzungen gab es 2014 nur 4-5 Millionen deutsche Nutzer, Ende 2016 waren es schon über 9 Millionen. Wegen seiner verhältnismäßig weiten Verbreitung und Beliebtheit auch unter Jugendlichen ist Instagram sowohl zur Bildrecherche als auch für Nutzeraktionen/Fotoaktionen eine interessante Wahl. Videos mit einem attraktiven, teilweise verblüffenden Zeitraffereffekt bietet die Video-Funktion Hyperlapse in Instagram. Der Grad und die Art der Verfremdung wählt der Instagramer, indem er einen entsprechenden Filter in der App anwendet. Das Format ist wie beim Polaroid quadratisch, man kann neuerdings aber auch Einträge im Format 2:3 oder 3:2 teilen. Eine weitere Funktion sind die Insta-stories, welche an Snapchat angelehnt sind. Themenspezifische Bildübersichten jenseits der eigenen Freundes- und Abonenntenkreises lassen sich auf Instagram über Hashtags herstellen. Diese durch Hashtags wie bei Twitter strukturierten Themen können auch zu Bilderübersichten zusammengestellt werden; insofern ist Instagram eine sehr gute Möglichkeit, Fotoübersichten zu einem Ereignis – etwa einem Festival oder für News-Zwecke zu Themen, Naturkatastrophen etc. – zu bekommen.
Für die Übernahme der Nachrichtenfunktion durch Social-Media-Kanälen spricht in jedem Fall, die relativ weite Verbreitung. Instagram erreicht auf einem ganz anderen Weg die breite Bevölkerung, als die sonst üblichen Nachrichtendienste. Der Fernsehkonsum der Jugendlichen und jungen Erwachsenen geht immer mehr zurück, da Video-on-Demand Portale wie Netflix auch immer mehr an Popularität gewinnen. Der Internetkonsum nimmt allerdings immer mehr zu, Instagram wird zum Muss und die Anzahl der Follower zum Aushängeschild. Deswegen nutzen auch immer mehr Fotoreporter diese Plattform. Dabei hat die farbliche Stimmigkeit des Feeds, also der Beiträge meistens einen nicht zu vernachlässigen Stellenwert. Auch für Politiker, Sportler und Prominente wird Social Media eine immer wichtigere Quelle der Selbstdarstellung. Auch Nachrichtendienst sind auf die zunehmende Nutzung der Video-Option aufmerksam geworden, eine Art der Anlehnung an die Video-Übertragung im Fernsehen. Auch positiv sind die Interaktionen, die über Instagram möglich ist. Follower können ihre Meinung teilen und eventuell aufkommende Fragen können in den Kommentaren diskutiert werden, anders als im Fernsehen, wo man selbst für Antworten recherchieren muss. Außerdem ist auf solchen Plattformen meist eine Vorschau gegeben, der Konsument kann sich also interessenbezogen informieren und muss nicht zwangsläufig eine ganze Sendung ansehen. Es scheint also sehr attraktiv zu sein, weil es in vielen Hinsichten bequemer ist. Dt. Nachrichtendienste sind beispielsweise: @szmagazin, @zdfheute, @wdr_3sechzich & sie haben bis nahezu 100k Follower. Internationale Nachrichtendienste sind unter anderem @CCN @bbcnews , welche haben über 3 Millionen Follower.
Dagegen spricht allerdings, dass nur ein Teil der Bevölkerung solche Plattformen besitzt, ein noch kleinerer Anteil aktiv und primär nicht zwecks der Beziehung von Informationen. Bei einer Einwohnerzahl Deutschlands von ungefähr 82 Millionen Menschen liegt der Anteil der registrierten Nutzer bei gerade Mal knapp über 10%, wobei dieser Prozentsatz nicht zwingend täglich, bzw. wöchentlich aktiv ist. Der restliche Teil der Deutschen nutzt, sofern vorhanden, das Radio oder Fernsehen, sowie die Zeitung. Dazu kommt, dass die deutschen Nachrichtendienste -jedenfalls auf Instagram- nicht über 100000 Follower kommen. Dabei ist der Content bei weitem nicht so ausführlich bzw. regelmäßig und gebündelt, wie im Fernsehen oder Radio. Die Video-Option ist zwar optimal kurze Thesen zu übermitteln, aber nicht um detailliertes Wissen zu vermitteln. Der Inhalt muss reduziert sein und so entsteht nicht selten eine Mischung aus dem Video plus einem Kommentar der eventuell extra Informationen bereitstellt, welches den Nutzer zu einem Mischkonsum führt. Hinzu kommt, die Politikverdrossenheit der Jugend und das allgemein vorherrschende Desinteresse. Die Masse an jungen Leuten ist zwar da, ihnen schwebt aber mehr das Teilen persönlicher Inhalte und das Verfolgen ihrer Idole vor, als das bloße Folgen von Nachrichtendienste. DENN, dass ist nicht der Zweck von Instagram. Diese Plattform dient zu Selbstdarstellung und die Ästhetik steht im Vordergrund. Weiterhin muss man anfügen, dass es gerade im Internet keine Prüfung der Inhalte gibt und Seiten, sofern sie nicht verifiziert sind, auch gefälscht sein können. Sich Personen also für die Seite ausgeben und womöglich falsche Inhalte vermitteln und damit die Glaubwürdigkeit des Nachrichtendienstes allgemein in Frage stellen. Dazu kommt, dass die Inhalte, die freie Journalisten oder Blogger teilen möglicherweise von subjektiven Einflüssen behaftet sind.
Aufgrund der vorangegangenen Argumentation, kann man sagen, dass es im Fall von Instagram nicht zu einer Ablösung von Nachrichtendiensten durch Social-Media-Kanäle kommt. Es gibt entschieden zu wenige Nutzer im Vergleich zu den Radio-/Fernsehkonsumenten, sowie den Zeitungslesern. Außerdem hat Instagram wie bereits erwähnt nicht die Absicht Nachrichtendienst abzulösen. Die Ästhetik steht im Vordergrund und man kann vorrausschauend sagen, dass ein Wandel in dieser Hinsicht nicht absehbar ist.