Sonntag, 1. Januar 2017

Einzelbeleg: Musikkritik zu Bring Me The Horizon - That's The Spirit

Bring Me The Horizon - die britische Metalband spaltete mit jedem neuen Albumrelease ihre Hörerschaft, zu groß waren die Geschmäcker in der Metalszene. Angefangen im Deathcore begibt sich die Band nun mehr in Richtung Rock / Pop, was ebenfalls für traurige und glückliche Fans sorgt. "That's The Spirit" heißt das neue Album und erschien am 11. September 2015. (Labels: RCA Records, Columbia Records)
That's The Spirit - Cover
Das dazugehörige Cover gestaltet sich sehr schlicht: Ein schwarzer Hintergrund mit dem grauweißen Aufdruck "THAT'S THE SPIRIT".  Weniger ist hier mehr und bleibt damit wohl weniger im Gedächtnis als andere Coverarts.
Der neue Stil der Platte ist bereits im ersten Song "Doomed" bemerkbar: Ein ruhiges Intro, das sich in einem gesteigerten Refrain wiederfindet, elektronische Klänge, die den gleichen Einsatz wie Gitarren bekommen und der Gesang, welcher es ganz ohne Growling oder Screaming schafft, aber dennoch leicht rauchig bleibt.
Im Vergleich zu den früheren Alben, ist dieser etwas zurückhaltende Charakter typisch für das neuste Album der Briten. Immer wiederkehrende ruhige Passagen, sowie der feine Einsatz von Elektronik im Gemisch mit dem bekannten Gitarrenchords gestalten den neuen "Spirit". Zudem kommt die Melancholie aus "Avalanche", "True Friends" und "Oh No", welche das Ganze abrundet. Hierbei erinnert letzteres, sowie "Drown - New", an den typischen Sound von 30 Seconds To Mars.
Doch trotz all dem ist immernoch das gewisse Paket an Aggression und Energie zu finden - und das ist auch gut so, denn das Album bewegt sich von Song zu Song immer mehr vom Metal weg, in Richtung Pop. So erinnert der neue Stil gerne an Linkin Park und könnte damit für die Hörerschaft sehr "vertraut" erscheinen. Den Rückgang vom Metal kann man möglicherweise dem Alter der Band zuschreiben. Sänger Oli Sykes sagte hierzu in einer Pressemitteilung:

"Dieser ganze Lifestyle macht keinen Sinn mehr für mich. Es geht um Menschen, die nur für das Ausgehen am Wochenende leben, die aber mittlerweile in meinem Alter sind, über dreißig, aber versuchen, so zu leben, als wenn sie achtzehn oder zwanzig wären. Sie versuchen so angestrengt Spaß zu haben, dass sie gar nicht mehr merken, dass sie gar keinen mehr haben." (Quelle)

Die Briten zeigen mit "That's The Spirit" ihre neuen Richtung und die ist nicht unbedingt schlecht. Der popige Charakter schadet keinesfalls und bringt mal wieder etwas frisches in die Szene. Wer sich damit anfreunden kann, der sollte zugreifen.


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